Mein Vortragsthema: CO₂-Laser im periorbitalen Bereich
In meinem Vortrag zum Thema „CO₂-Laser periorbital“ stand die Behandlung von Falten und Dermatochalasis im Bereich der Augenlider im Mittelpunkt. Die aktuelle S2k-Laserleitlinie unterstreicht dabei die besondere Bedeutung des fraktionierten CO₂-Lasers: Als einziges Verfahren erhält er für diese Indikation eine starke Empfehlung.
Vorgestellt wurden aktuelle wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit der fraktionierten CO₂-Lasertherapie. Besonders interessant war eine Split-Face-Studie, die nachweisen konnte, dass eine periorbitale Behandlung mit dem fraktionierten CO₂-Laser zu einer signifikanten Zunahme von Kollagen Typ I und III führt. Klinisch zeigte sich eine deutliche Verbesserung der periorbitalen Hautstruktur und Faltenbildung, die sich über mehrere Monate hinweg weiter verstärkte.
Eine weitere Studie zur Kombination von Blepharoplastik und fraktionierter CO₂-Laserbehandlung bestätigte die hohe Wirksamkeit und Sicherheit des Verfahrens. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass die Behandlung ein hohes Maß an Erfahrung und präziser Indikationsstellung erfordert.
Die Studien:
“Split-Face” Evaluation of Collagen Changes Induced by Periorbital Fractional CO2 Laser Resurfacing
Zwischen Social-Media-Hype und medizinischer Realität
Ein weiterer Schwerpunkt meines Vortrags war der aktuelle Social-Media-Trend rund um die CO₂-Lidstraffung. Plattformen wie Instagram und TikTok vermitteln häufig den Eindruck einer unkomplizierten, risikoarmen Behandlung. Die Realität ist jedoch differenzierter.
Gerade im sensiblen Lidbereich existiert ein vergleichsweise kleiner therapeutischer „Sweet Spot“ zwischen einer zu niedrigen Energie mit unzureichendem Effekt und einer zu aggressiven Behandlung mit potenziell langwierigen Nebenwirkungen

Komplikationsmanagement: Erfahrung macht den Unterschied
Gerade im Zeitalter sozialer Medien werden häufig spektakuläre Vorher-Nachher-Ergebnisse gezeigt, während mögliche Risiken und deren Behandlung oft kaum thematisiert werden.
Komplikationen entstehen meist nicht durch die Technologie selbst, sondern durch eine unsachgemäße Anwendung. Ursachen können beispielsweise eine zu hohe Energiedichte, eine ungeeignete Behandlungsstrategie oder die Missachtung des Hauttyps oder anatomischer Grenzen im sensiblen Augenbereich sein.
Zwei der häufigsten Nebenwirkungen sind lang anhaltende Rötungen und insbesondere bei dunklen Hauttypen postinflammatorische Hyperpigmentierungen (PIH). Auch hier kann die richtige Therapie die Dauer der Probleme minimieren. In meinem Vortrag stellte ich verschiedene therapeutische Ansätze vor, darunter den Einsatz von IPL (560 nm), Er:glass-Laser (1.565 nm) sowie Polynukleotide (Polydeoxyribonukleotide, PDRN), die auch als „Lachssperma“ bekannt wurden, zur Unterstützung der Hautregeneration.
Die wichtigste Maßnahme bleibt jedoch die Prävention: Eine sorgfältige Patientenselektion, fundierte Kenntnisse der Laserphysik und langjährige Erfahrung sind die Grundlage für sichere und erfolgreiche Behandlungen.
Mein Fazit zur CO2 Laser Lidstraffung
- Der fraktionierte CO₂-Laser ist derzeit die einzige nicht-operative Behandlungsmethode, mit der sich eine nachhaltige Straffung der Lidhaut erzielen lässt.
- Es gibt einen relativ kleinen „Sweet Spot“ zwischen geringem (keinem?) Effekt und (langwierigen) Nebenwirkungen.
- Die CO2-Lidstraffung sollte ausschließlich aus der Hand erfahrener (Fach-) Ärzte erfolgen!
Wertvoller fachlicher Austausch
Neben den wissenschaftlichen Vorträgen war die Jahrestagung erneut eine hervorragende Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Ich habe viele langjährige Kolleginnen und Kollegen getroffen, interessante Gespräche geführt und wertvolle neue Impulse für die tägliche Praxis mitgenommen. Wissen weiterzugeben ist ein wichtiger Teil solcher Veranstaltungen – ebenso bereichernd ist es jedoch, von den Erfahrungen anderer Expertinnen und Experten zu lernen.
Umso mehr freue ich mich auf den wichtigsten und größten dermatologischen Kongress des Jahres im kommenden Juli in München. Auf der FOBI werde ich in vier Vorträgen meine Erfahrungen zu 1. Nachbehandlungen für Laser und Radiofrequenz-Mikroneedling, 2. den unterschiedlichen verfügbaren Botox-Präparaten, 3. dem Management von Komplikationen nach ästhetischen Behandlungen und 4. dem aktuellen Stand der Wissenschaft zur Hyaluronidase teilen.



