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FOBI Vortrag: Nebenwirkungen von Hyaluronfillern: Aktuelles Komplikations­management 

Die Behandlung mit Hyalurosäurenfillern zählt zu den häufigsten ästhetisch-medizinischen Eingriffen und gilt bei fachgerechter Anwendung als sehr sicher. Dennoch können in seltenen Fällen Komplikationen auftreten, die ein schnelles und strukturiertes Vorgehen erfordern. In meinem Vortrag auf der 30. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI), dem größten dermatologischen Kongress des Jahres, in München, habe ich aktuelle Strategien zum Management von Nebenwirkungen vorgestellt und die Bedeutung moderner Behandlungsalgorithmen sowie des gezielten Einsatzes von Hyaluronidase erläutert.

Prof. Dr. Peter Arne Gerber
Facharzt für Dermatologie und Venerologie
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Inhalt

Gefäßverschlüsse nach Hyaluronsäurefillern frühzeitig erkennen

Schwerwiegende Komplikationen nach einer Fillerbehandlung sind selten, können jedoch erhebliche Folgen für die Betroffenen haben. Im Mittelpunkt meines Vortrags auf der 30. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI) standen daher vaskuläre Komplikationen wie Gefäßverschlüsse nach Hyaluronfillern, fillerinduzierte Hautnekrosen sowie die äußerst seltenen, aber schwerwiegenden Sehstörungen bis hin zur Erblindung nach Fillerbehandlungen.

In diesem Zusammenhang bin ich auf die viel zitierte Übersichtsarbeit „Avoiding and Treating Blindness From Fillers: A Review of the World Literature“ eingegangen, in der die weltweit veröffentlichten Fälle von Erblindungen nach Fillerbehandlungen analysiert wurden. Die Studie verdeutlicht eindrucksvoll, dass diese Komplikation zwar äußerst selten ist, im Ernstfall jedoch meist irreversible Folgen hat. Umso wichtiger sind eine fundierte Kenntnis der vaskulären Anatomie, eine sichere Injektionstechnik sowie ein klar strukturiertes Vorgehen zur Prävention und zum Management möglicher Komplikationen.

Anhand aktueller Behandlungsalgorithmen habe ich erläutert, wie sich eine drohende Gewebeischämie frühzeitig erkennen und unmittelbar behandeln lässt. Dabei gilt ein Grundsatz, der im Komplikationsmanagement von entscheidender Bedeutung ist: Time is skin. Je früher eine vaskuläre Komplikation erkannt und therapiert wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, bleibende Gewebeschäden zu verhindern.

Prof. Dr. Peter Arne Gerber an der Fortbildungswoche für Dermatologie

Hyaluronidase als zentraler Baustein der Therapie

Ein weiterer Schwerpunkt meines Vortrags war der Einsatz von Hyaluronidase – sowohl zur Korrektur von Überkorrekturen als auch zur Behandlung vaskulärer Komplikationen. Neben dem etablierten High-Dose-Protokoll stellte ich das moderne Ultrasound-Guided-Protokoll nach Schelke und Velthuis vor.

Bei diesem Verfahren wird Hyaluronidase ultraschallgestützt gezielt direkt in das Hyaluronsäuredepot im Bereich der verschlossenen Arterie injiziert. Dadurch kann der Blutfluss häufig bereits innerhalb weniger Sekunden wiederhergestellt werden. Die vorgestellten Studiendaten zeigen eindrucksvoll das Potenzial dieser präzisen und zielgerichteten Therapie: In der retrospektiven Analyse konnte bei allen behandelten Patientinnen und Patienten letztlich eine Reperfusion erreicht werden.

Praktisches Komplikationsmanagement

Theoretisches Wissen allein genügt im Ernstfall nicht. Deshalb habe ich das strukturierte Vorgehen anhand von zwei praxisnahen Patientenfällen vorgestellt und die einzelnen Behandlungsschritte nachvollziehbar erläutert. Solche Fallbeispiele verdeutlichen, wie wichtig standardisierte Algorithmen und klinische Erfahrung für eine sichere Versorgung sind.

Fazit

Die Grundlage jeder sicheren Fillerbehandlung ist eine exzellente Kenntnis der funktionellen Anatomie. Kommt es dennoch zu einer Komplikation, sind ein frühzeitiges Erkennen, ein strukturiertes Vorgehen und der gezielte Einsatz von Hyaluronidase entscheidend. Moderne, evidenzbasierte Behandlungskonzepte ermöglichen heute eine deutlich effektivere Therapie vaskulärer Komplikationen und tragen maßgeblich dazu bei, schwerwiegende Folgen für Patientinnen und Patienten zu vermeiden.

Theoretisches Wissen allein genügt im Ernstfall nicht. Deshalb habe ich das strukturierte Vorgehen anhand von zwei praxisnahen Patientenfällen vorgestellt und die einzelnen Behandlungsschritte nachvollziehbar erläutert. Solche Fallbeispiele verdeutlichen, wie wichtig standardisierte Algorithmen und klinische Erfahrung für eine sichere Versorgung sind.

Autor

Prof. Dr. Peter Arne Gerber

Prof. Dr. Peter Arne Gerber

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Er ist Autor- und Co-Autor von über 200 wissenschaftlichen Artikeln und Buchbeiträgen und regelmäßiger Referent auf nationalen und internationalen Kongressen. Darüber hinaus ist er Gerichtsgutachter für die Bereiche Dermatologie, Lasermedizin und Ästhetische Medizin.
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